also ich möchte schon, dass z.b. meine musikinstrumente lieber an freunde oder bedürftige kollegen gehen als an irgendwelche windigen händler oder auf dem sperrmüll landen, genau wie ich auch möchte, dass meine wohnung in privaten händen bliebt und nicht bei vonovia landet.
diese dinge tut man doch für sich selbst, und nicht für die partnerin oder kinder.
und wann fängst du an?
Am besten die Synths und Wohnung heute schon verkaufen, um sicher zu gehen, dass so etwas "schlimmes" nicht eintreten wird?
Vertraust du Deinen Verwandten nicht?
Geht es hier um Kontrollverlust, nachdem man nicht mehr existiert. Hat man diese Kontrolle überhaput real? Ist das die Freiheit. Gibt es nicht unzählige relativ wahrscheinliche Szenarien, in denen nicht genau das passieren wird, was man prognostiziert. Also z.B. in den nächten 3 Montaten oder 3 Jahren? Ja so gerne würde man die Zukunft beeinflussen. Nur beeinflusst man wirklich, wenn man dann gar nicht zu dem Zeitpunkt dabei ist um Einfluss zu nehmen? Wenn man das vorher bereits getan hat und damit den Ausgang vorzeitig beeinflusst hat und die anderen ggf sogar vorher davon wussten und sich damit vorher bereits arrangieren konnten. Siehe Aktienmarkt (Beispiel angekündigte Insidertrades und Optionshandel wenn er offen kommuniziert wird, oder die Rolle von Brokern) Lustiges Gedankenexperiment...
Also klar, irgend wann kann man auch über die "Market exit Strategie" nachdenken. Aber für einen persönlich ist es nicht hinderlich, das bis auf das Ende herauszuschieben, solange man noch etwas verrichten möchte, oder?
Wenn man eigentlich ableben "möchte", dann kann man schonmal das "Ablebeprogramm" abspulen und runterfahren bis der Organismus ablebt. Das geht, wenn man es ernst nimmt, zu jedem Zeitpunkt. Fraglich ist, ob das die bessere Variante ist als "ungeplant", quasi eher durch Zufall. Rein Rechtlich ist das im Grunde die Frage um die Menschenwürde und indirekt auch eine zur Freiheit. Moralsiche Zwänge, wie man am besten abzuleben gedenken sollte, die sind doch insich irgendwie unmoralisch, oder? Erst recht im Nachhinein, wenn es bereits geschehen ist und ggf. "sogar" ungeplant? U.a. deshalb muss man doch auch kein Erbe annehmen?
Testament ist ggf. etwas anderes, ich meine hier die aktive Änderung der Lebensverhältnisse z.B. durch Verkauf von Hab und Gut zur Umwandlung in "Geld", das vielleicht auch von Vergänglichkeit betroffen sein könnte, letztlich existiert dieser Wert dann nur in unserer Psyche. Etwas, das manche Menschen "verstehen", die wir dann nicht verstehen.
Bereits das Anlegen von Wertemaßstäben an andere ist, insbesondere wenn sich die Person mit diesen Dingen selbst ein stückweit identifiziert hat, eine Missachtung dieser Person durch das Unterwerfen unter die eigenen (Wert-)Vorstellungen. Das ist wohl auch ein Teil von dem Konflikt, den wir hier gerade diskutieren: der Übergang von Hab und Gut in ein anderes, z.T. unbestimmtes Wertesystem mit einhergehender Angst vor Kontrollverlust nach dem Ableben über eben dieses, bei dem man es den Anderen leicht machen möchte, indem man das Hab und Gut vorwerg bereits in das neue Wertesystem der projezierten Zukunft überführt.
Die Sicherheit ist und bleibt projeziert, ebenso wie die Interpretation von Wert in der Zukunft, die Zukunftssituationsprognose usw., praktisch muss man Wahrscheinlichkeiten multiplizieren und einige Faktoren habe ich hier noch nicht genannt. Sicherheit ist ebenso ein Gefühl.
Im Kontrast dazu kann man sich ebenso "sicher fühlen", weil man weiss dass man den Kram bis zum Ableben noch hat. Rein wahrscheinlichkeitstechnisch ist dies wohl sogar "sicherer", weil diese Zukunft näher liegt als die nach dem Ableben, in der man dann die aktive Kontrolle verloren haben wird, also reagieren kann.
Ob das eine oder andere "besser" ist, ist meiner Ansicht nach eher eine Frage nach dem persönlichen Wertesystem als nach der "Vernunft".
Wenn man es seinen Mitmenschen besonders leicht machen will kann man beim Ableben schon vorsorgen und vorsorglich alles runterfahren und minimieren, bis man nicht mehr "existiert". Ob es das den Mitmenschen praktisch wirklich gefühlt leichter macht? Aus meiner Erfahrung kann durchaus auch das bittere Gegenteil der Fall sein!