Welche Berechtigung haben heute noch monophone Hardware-Synths?

Das lässt vermuten, dass Axel Hartmann nach Anzahl der Knöpfe bezahlt wird (da war der MW1 dann ein richtiges „Design-Schäppchen“. :)
 
Aus meiner Perspektive ist ein Synthesizer zunächst einmal ein monophones Instrument - wie eine Violine - und die mehrstimmge Version ist nur eine Ableitung davon - vergleichbar dem Streichorchester.
Selbst eine einzelne Violine lässt sich für Accorde nutzen, in so fern ist jede Saite praktisch sowas wie eine eigene Stimme.


ESSENTIAL PIZZICATO Tips and Tricks - Violin Tips and Techniques.


What Is a Chord? | Violin Lessons
 
Wer da immer von "voll beknopft" spricht, muss sich vor Augen führen, dass ein Pulse 2 dann allein für die Matrix 54 Regler benötigen würde. Da würden dann alle meckern, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht "und trotzdem noch in die Menüs muss" ... wie ich hier zu einem anderen Synth kürzlich las.
Nur für's Protokoll: Ich spreche vom Pulse und von beknopft. Nicht vom Pulse 2 oder von "voll beknopft". Die Idee und Weigerung geht auf die Zeiten des Pulse zurück.
 
Selbst eine einzelne Violine lässt sich für Accorde nutzen, in so fern ist jede Saite praktisch sowas wie eine eigene Stimme.


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What Is a Chord? | Violin Lessons

Akkorde machen noch keine Polyphonie. Auch mit einem monophonen Synth, der mehrere OSCs hat, kannst Du Akkorde spielen. Polyphonie bedeutet aber unabhängige Stimmführung (auch rhythmisch) der einzelnen Stimmen. Das geht auf einer Geige nur sehr, sehr eingeschränkt.
 
Nur für's Protokoll: Ich spreche vom Pulse und von beknopft. Nicht vom Pulse 2 oder von "voll beknopft". Die Idee und Weigerung geht auf die Zeiten des Pulse zurück.
Die Zahl der Bedienelemente wäre aber vergleichbar groß. Die Bedienung ist beim Pulse 2 gut gelöst, beim Pulse schätze ich doch sehr den Programmer von Stereoping.
 
Aus meiner Perspektive ist ein Synthesizer zunächst einmal ein monophones Instrument [...] Was denkt Ihr?
Ich halte das für Unsinn. Bei der Entwicklung eines Synthesizers mag man zwar mit einer Stimme beginnen. Wenn das Ziel aber ein polyphones Instrument ist, dann braucht man eben mehrere Stimmen und ein integratives Konzept. Es wurde mal ein Rad erfunden, dann wurde auch mal ein Auto erfunden. Ist ein Auto deswegen zunächst einmal ein Rad? Das linke vordere Rad? Das Lenkrad? Oder braucht man mehrere Räder für ein Auto? Mit Rädern alleine ist es übrigens auch noch nicht ganz getan. :school: ;-)
Synthesizer gibt es mono- und polyphon. Da ist es nicht so entscheidend, mit welchem Halbleiter man den Bau beginnt. Entscheidend ist, was hinten rauskommt. :school: :)
 
Akkorde machen noch keine Polyphonie. Auch mit einem monophonen Synth, der mehrere OSCs hat, kannst Du Akkorde spielen. Polyphonie bedeutet aber unabhängige Stimmführung (auch rhythmisch) der einzelnen Stimmen. Das geht auf einer Geige nur sehr, sehr eingeschränkt.
Das sieht in den Videos schon sehr gezielt aus, zumindest wenn jemand sein Instrument beherrscht, von daher kann das vielleicht noch als paraphonisch aber nicht als mehr rein monofones Instrument durchgehen.
 
von daher kann das vielleicht noch als paraphonisch aber nicht als mehr rein monofones Instrument durchgehen.
Du kannst auf einer Geige einen Ton streichen, dann einen weiteren gleichzeitig dazu, den ersten Ton dann z.B. nicht mehr streichen usw. Geige ist polyphon spielbar. Allerdings werden Streichinstrumente in einem Orchester, glaube ich, kaum polyphon gespielt. Der Solo-Geiger wird das machen, das Orchester eher nicht.
Und: Wenn ich auf *einem* Synthesizer einen Streich-Teppich legen will, benötige ich Polyphonie. :cool:
 
Du kannst auf einer Geige einen Ton streichen, dann einen weiteren gleichzeitig dazu, den ersten Ton dann z.B. nicht mehr streichen usw. Geige ist polyphon spielbar. Allerdings werden Streichinstrumente in einem Orchester, glaube ich, kaum polyphon gespielt. Der Solo-Geiger wird das machen, das Orchester eher nicht.
Und: Wenn ich auf *einem* Synthesizer einen Streich-Teppich legen will, benötige ich Polyphonie. :cool:
Daher das Pizzicato Video.
 
Nicht vergessen sollten wir hier, dass das nicht allgemeingültig ist - dann müsste man das sowieso anders besprechen. Auch ist sicher klar, dass technisch einfachere Konzepte auch machbarer sind und daher auch legitim sind.

Sollte es technisch aber kein großes Ding sein, würde ich polyphone Angebote immer bevorzugen. Die Menge der Stimmen kann natürlich auch noch eine Diskussion sein, die wir hier auch als Dauerumfrage haben, dabei gibt es interessanterweise kaum jemanden, der mit 2 oder 3 Stimmen nennenswert froh ist, sondern erst ab 4, die exotischen Stimmenzahlen werden nicht so oft gewünscht, also 2,3, 5, 7 oder auch 9 Stimmen sind wenig gewünscht, wohl aber 4, 6 und 8. Darüber sind es vergleichsweise wenige, die auf mehr bestehen (12 und 16 gibt es bei den analogen Synths ja durchaus auch - darüber aber faktisch nicht) mehr. Ist oft zu aufwendig.

Monophonie ist idR kein Selbstzweck - sondern eher der kleinste Zustand, deshalb kann die Diskussion auch etwas ins Abseits laufen. Muss aber nicht.
 
die exotischen Stimmenzahlen werden nicht so oft gewünscht, also 2,3, 5, 7 oder auch 9 Stimmen sind wenig gewünscht
Ich denke, dass es erstens von etablierten Angeboten abhängig ist, die wiederum auf Grund digitaler (Steuerungs-)Technik eher das Vierfache von 2 sind, und es zweitens auf die Fragestellung ankommen würde, z.B.:

Für das gleiche Geld 6 oder 7 Stimmen?
Für das gleiche Geld 8 oder 9 Stimmen?

Wenn technisch nichts dagegen spricht, würde ich immer eine Stimme mehr nehmen. :P
 
Es gibt übrigens nicht wenige digitale Synthesizer, wo Stimmenzahl nicht fest vorgegeben ist, sondern von der Auslastung der zur Verfügung stehenden Rechenressourcen, sprich von der Komplexität der eingesetzten Sounds, Effekte usw. abhängig ist. Oder es ergibt sich z.B. eine Stimmenzahl von 21 (kein üblicher Wert) schlicht aus der Tatsache, dass die Rechenressourcen für 64 Oszillatoren ausgelegt sind, und eine Synth-Stimme fest aus 3 Oszillatoren besteht. Digital kann so etwas häufig auftreten. Analog könnte es passieren, dass von 8 Voice Boards z.B. eins ausfällt. Ohne zügige Reparatur wäre der Synth dankbarerweise immer noch 7-stimmig zu betreiben.
 
Beim PC4 ist das auch so (ohne es gezählt zu haben), DX FM benötigt 4 Stimmen, nimmt noch 'nen Filter dazu, braucht das nochmal 'ne weitere Stimme von 256 möglichen, so kommt man praktisch auf sowas exotischen wie 51 Stimmen.
 
"Monophone sind halt billiger"
Das habe ich auch nicht geschrieben. Meine Aussage war, dass Polyphone in den Anfangszeiten um ein vielfaches teurer WAREN, und dass polyphone Synths heute preiswert angeboten werden können, weil sich seitdem viel geändert hat.
Legato spielen geht nur mit monophoner Stimmenzuordnung.
Das stimmt nicht. Ich besitze mindestens einen Synth, der Poly-Legato unterstützt.
...sowas kannst doch nicht ernst meinen und obendrein mit ..."will man..." pauschalisieren
schonmal davon gehört , dass z.B. technische Beschränktheit die Kreativität fördert?
es kommt doch vorallem auch mal ganz drauf an, WELCHE ART Musik man machen will ....
Wenn Du monophone Musik machst, sei das Dir überlassen. Besondere Kreativität kann ich darin beim besten Willen nicht erkennen. Nenne mir doch einmal "WELCHE ART" Musik mit einer einzigen Stimme auskommt - ich kenne keine, erleuchte mich.
 
Vorweg: Ich finde den Ton in einigen fachlichen Threads (z.B. hier und im Multimode-Thread) in letzter Zeit ungewöhnlich angespannt. Liegt es an der politischen/wirtschaftlichen Lage? Schwappt das aus dem HF ins restliche Forum? Warum kann man bei fachlichen Fragen nicht einfach geteilter Meinung sein, ohne dass man ad hominem-Argumente bringt? 🤔

Nenne mir doch einmal "WELCHE ART" Musik mit einer einzigen Stimme auskommt - ich kenne keine, erleuchte mich.
Ich habe sein Posting nicht so verstanden, dass er Musik mit nur einer einzigen Stimme machen möchte - aber die einzelnen Stimmen können doch durchaus monofon sein?

Bei mir:
- Bass: monofon reicht
- Arpeggio: monofon reicht oft, solange sich die Release-Phasen nicht überlappen sollen
- Sequence: monofon reicht auch idr.
- Lead (1. Stimme): monofon reicht
- Lead (2. Stimme): monofon reicht
- Stabs, Pads, irgendwelche Piano-Riffs: idr. poly, aber auch bei Pads kommt es durchaus vor, dass nur ein Ton mit einem Monosynth gehalten wird. :dunno:

Also aus meiner Sicht hat das Coupe oder Motorrad durchaus seine Berechtigung, auch wenn es den Kombi und den LKW gibt. Vielleicht "klingt" das Coupe dann doch noch ne Spur spritziger?
 
Dann gibt es noch polyphone Synthesizer wie den den Perfourmer, die sich aus mehreren monophonen Synthesizern zusammensetzen. Monophone Synthesizer haben wohl trotzdem ihre Berechtigung, sonst gäbe es den '14 nicht.
 
aber die einzelnen Stimmen können doch durchaus monofon sein?
Eine einzelne Stimme ist immer monphon, monophon heißt einstimmig. Im Gegensatz zum Akkord, der immer mehrstimmig (polyphon) ist. Mir geht es um die Aussage, die hier und auch anderswo immer wieder zu hören ist, es gäbe eine Notwendigkeit für monophone Synthesizer. Niemand "braucht" einen Synth, der auf eine einzelne Stimme eingeschränkt ist. Es gibt technisch keinen Grund mehr für monphone Synths, spielerisch gab es noch nie einen. Wer monophone Synths lieber mag, dem sei es gegönnt. Es ist nur unangebracht diese dann auch noch mit dem Werbespotbegriff "Goldstandard" zu belegen, um seine eigenen Vorlieben über die Anderer zu stellen, obwohl es jede Menge deutlich leistungsfähigere und flexiblere Synths gibt.
 
Im Forum wird oft behauptet, monophone Synths - auch im Falle analoger Hardware - hätten heute keine Berechtigung mehr
Also ich hab das bis jetzt noch nicht gelesen. Aber ok, ich bin ja auch kein Maßstab hier weil ich nur ab und zu vorbei schau.
Im Grunde seh ich das so: jeder Synthesizer-egal ob analog/digital/monophon/polyphon/mit oder ohne Keyboard/gebraucht oder neu...hat seine Daseinsberechtigung.
Wenn dem nicht so wäre, dann würden die sich ja nicht verkaufen und keiner würde die mehr produzieren.
Das sind halt Musikinstrumente und der Benutzer und natürlich auch Benutzerin mag sein(e) Schätzchen eben und erzeugt ein gutes Gefühl. Dafür lohnt es sich ja auch zu leben, nicht wegen Krieg und Hass und Bashing usw...
 
Wenn Du monophone Musik machst, sei das Dir überlassen........ .......Nenne mir doch einmal "WELCHE ART" Musik mit einer einzigen Stimme auskommt - ich kenne keine, erleuchte mich.

ich verstehe die Frage nicht


selbst 1981 konnte man mit einen Monosynth und einen 4 Spur Cassetten Recorder, mindestens 4 Stimmen haben.... mit bouncing sogar 7
und heute haben wir DAWs , damit kann man mit einem Mono Synth, ein ganzes Orchester erzeugen

oder willst du jetzt Musik gezeigt bekommen, in denen nur Monosynths zu hören sind, bzw, die auf dem Sound berühmter Monosynts basieren

Acid , Minimal Wave , Minimal Techno ....

.....Besondere Kreativität kann ich darin beim besten Willen nicht erkennen........

das tut mir leid


Acid ist auch hier das Paradebeispiel

aus der beschränktheit der Technik ist durch Kreativität ein ganzes Genre entstanden
 
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willst du jetzt Musik gezeigt bekommen, in denen nur Monosynths zu hören sind, bzw, die auf dem Sound berühmter Monosynts basieren
Es überrascht mich, dass bei manchen ein eindeutiges Missverständnis zu herrschen scheint, was Einstimmigkeit bedeutet. Du bist nicht der erste, der Einstimmigkeit mit Mehrstimmigkeit beschreibt. Das erschwert natürlich eine fachliche Diskussion.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es überrascht mich, dass bei manchen ein eindeutiges Missverständnis zu herrschen scheint, was Einstimmigkeit bedeutet. Du bist nicht der erste, der Einstimmigkeit mir Mehrstimmigkeit beschreibt. Das erschwert natürlich eine fachliche Diskussion.

so, da hier so einen hohe fachliche Inkompetenz herrscht....

was ist denn Einstimmigkeit für dich? erleuchte mich
 
Zuletzt bearbeitet:
Es überrascht mich, dass bei manchen ein eindeutiges Missverständnis zu herrschen scheint, was Einstimmigkeit bedeutet. Du bist nicht der erste, der Einstimmigkeit mir Mehrstimmigkeit beschreibt. Das erschwert natürlich eine fachliche Diskussion.
Wenn's sein muss, krieg ich etwas, dass in die Richtung Tek oder Tribecore klingt, nur mit nem Neutron oder jedem anderem Synth der genug Modulationsmöglichkeiten, Vca bias und Noise bietet hin, dies sogar ohne den Paraphonen Modus zu benutzen.
 
Ich finde bei Mono Poly die Korg Geschichte interessant....
Der Prophecy war monofon und der Z1 nicht... Gleich klingen tun die beiden nicht, warum auch immer... (waren aber doch die gleichen Algos,oder?)
 
Vorweg: Ich finde den Ton in einigen fachlichen Threads (z.B. hier und im Multimode-Thread) in letzter Zeit ungewöhnlich angespannt. Liegt es an der politischen/wirtschaftlichen Lage? Schwappt das aus dem HF ins restliche Forum? Warum kann man bei fachlichen Fragen nicht einfach geteilter Meinung sein, ohne dass man ad hominem-Argumente bringt? 🤔


Ich habe sein Posting nicht so verstanden, dass er Musik mit nur einer einzigen Stimme machen möchte - aber die einzelnen Stimmen können doch durchaus monofon sein?

- Bass: monofon reicht

schon um einen kontrabass realistisch zu simulieren bräuchte ein gerät 4-5 stimmen.

im gegensatz dazu das saxophon, da langt eine absolut.

bei pads machen auch 1000 sinn.


außerdem gehen schon wieder alle immer nur von ihren eigenen bedürfnissen und vorstellungen aus.

wenn ich auf der bühne akkorde spielen will ist monophon zu wenig. wenn ich nur im studio und dort fast nur monophone stimmen spielen will, wäre ein analogsynthesizer mit 16 stimmen rausgeschmissenes geld.

es gibt also - selbst wenn denn das bedürfnis des musikers bei der designentscheidung überhaupt maßgebend gewesen sein soll - eine rechtfertigung für beides.


insofern würde ich auch schon der ausgangsthese von horn widersprechen wollen, dass monophone irgendwie "besser" seien.

da gibt es zwar beispiele dafür, aber die sind dann monophon weil die komponenten so teuer waren - und nicht umgekehrt. man kann auch schlechte monophon bauen.
 


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