Korg PS-3300 FS

In der heutigen Zeit und den ganzen politischen Brennpunkten im Fernen Osten wäre ich mir gar nicht so sicher, ob Made in Japan "gegen die eigene Philosophie geht". BOSS Effektpedale wurden ab ca. 1988/89 etwa 30 Jahre lang in Taiwan gefertigt, seit ein paar Jahren jedoch in Malaysia. Das Säbelrasseln und die Drohungen Chinas gegen Taiwan werden der Grund dafür gewesen sein. Die hochwertigen Waza Craft Pedale werden wieder in Japan zusammengeschraubt. Nur wegen eines Prestige-Faktors? Oder schwenken die japanischen Firmen Schritt für Schritt wieder um auf Produktion in der Heimat?
Ehrlicherweise denke ich nicht, dass sich Boss Gedanken darüber macht, ob sie noch Effektpedale in Taiwan fertigen lassen können, wenn China in Taiwan einmarschieren sollte. Wenn das passieren sollte, haben die in der Region im Zweifel ganz andere Probleme als die Produktion von Gitarreneffekten.
Nee, Taiwan ist nicht mehr das günstige Land von früher, deshalb werden die die Produktion nach Malaysia verlagert haben.
 
Mit "gegen die eigene Philosophie" meinte ich eher, dass man in Japan grundsätzlich nach vorne schaut, und das insbesondere heißt, dass man an die Weiterentwicklung von Technologie glaubt. Roland wäre hierfür ein gutes Beispiel: deswegen entwickelt man keine Analogsynthesizer mehr. Man recycelt ungerne und baut lieber neu. Die traditionellen Handwerke und Künste sind davon aber offensichtlich irgendwie ausgeschlossen.
 
Mit "gegen die eigene Philosophie" meinte ich eher, dass man in Japan grundsätzlich nach vorne schaut, und das insbesondere heißt, dass man an die Weiterentwicklung von Technologie glaubt. Roland wäre hierfür ein gutes Beispiel: deswegen entwickelt man keine Analogsynthesizer mehr. Man recycelt ungerne und baut lieber neu. Die traditionellen Handwerke und Künste sind davon aber offensichtlich irgendwie ausgeschlossen.
Na ja, Japan ist an vielen Stellen eher konservativ und es wird auch durchaus alte Technologie genutzt. So wurden beispielsweise bis 2024 noch Disketten für die Übermittlung von behördlichen Vorgängen benutzt. Mittlerweile wurde das gestrichen und es dürfen auch USB Sticks genutzt werden, immerhin.
Das Kunsthandwerk ist umgekehrt in Japan auf der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten, weil die in den letzten Jahren eine massive Absatzkrise durchlaufen haben. Sinkende Nachfrage im In- und Ausland, immer mehr Handwerksbetriebe schließen, weil die Nachfrage zu gering ist und man keinen Nachwuchs findet.

Aber davon mal abgesehen: die japanischen Synthi-Hersteller sind Aktiengesellschaften und machen das, was Gewinne verspricht. Und wenn Korg jetzt alte Geräte neu auflegt, dann ist das Befriedigung von Kundennachfrage und gut für die Einnahmenseite.
 
Ich kenne KORG nicht als Firma, die mit künstlicher Verknappung für höhere Preise sorgt. Die letzten Jahrzehnte gab es sowas nicht.
Ich hatte mich auf die vermeintliche Zahl von 50-100 Geräten bezogen, die weiter oben genannt wurden. Habe aber nachgelesen, eine Produktionszahl oder Obergrenze hat Korg wohl nicht genannt, so dass sie sich vermutlich an den Absatzzahlen anderer aktueller hochpreisiger Geräte orientieren dürften. Plus natürlich ein Bonusfaktor: es dürfte in Japan noch eine gewisse Klientel von einheimischen Fans mit entsprechendem Budget geben, die das Gerät schon deshalb haben wollen, weil es von Korg kommt.


Im Gegenteil, limitierte Instrumente wie der ARP 2600 in Originalgröße wurden doch noch mal nachproduziert.
In den USA war das die Meldung:

"The KORG PS-3300, one of the most sought-after analog synthesizers ever made, is being reissued in an extremely limited production run-and if you want one, this is your opportunity.

The KORG PS-3300 will be exclusively available through the KORG US Shop for those who want to own this legendary instrument. To stay informed about availability and purchasing opportunities, be sure to sign up for priority updates."

Das klingt nicht nach einem Produkt, was für einen größeren Kundenkreis vorgesehen ist. Ist es ja auch schon nicht, weil der Preis das Produkt ganz klar auf eine bestimmte Kundengruppe beschränkt. Und eine günstigere "M" Variante wurde bisher auch nicht angekündigt. Von daher ist das sehr wahrscheinlich ein Exklusiv-Produkt, was das Original ja eigentlich auch schon war, und vermutlich nichts, was man einer breiteren Masse an Kunden andienen möchte.
 
Ich habe trotzdem Hoffnung auf ne günstigere Version. Von der M-Version des 2600 war auch erst später die Rede.
Wurde irgendwo mal gesagt, ob der 3300 FS in SMD nachgebaut wurde? Dann hätte ich ja die Hoffnung, dass sie den auch günstiger als M-Variante mit Mini-Klinken rausbringen könnten.
 
Mit "gegen die eigene Philosophie" meinte ich eher, dass man in Japan grundsätzlich nach vorne schaut, und das insbesondere heißt, dass man an die Weiterentwicklung von Technologie glaubt. Roland wäre hierfür ein gutes Beispiel: deswegen entwickelt man keine Analogsynthesizer mehr. Man recycelt ungerne und baut lieber neu. Die traditionellen Handwerke und Künste sind davon aber offensichtlich irgendwie ausgeschlossen.
KORG hatte da schon immer eine ganz andere Philosophie. Der Firmenchef, Herr Kato, hatte seit Anfang an den Ansatz verfolgt, für den Musiker interessante und nahbare Instrumente entwickeln zu lassen. Es wurde sogar quasi zur Pflicht gemacht, nicht auf das zu schauen, was die anderen Musikfirmen in Japan herstellen, damit nicht einfach fremde Konzepte kopiert werden. Ich finde, dadurch sind so manche interessante und einzigartige Instrumente entstanden. Und das never look back von Roland und Co. hatte KORG augenscheinlich selten interessiert. Die monotron Synthesizer und die ersten Volca Modelle waren aus Sicht der anderen Hersteller garantiert ein Wahnsinn in Tüten, aber das Setzen auf das Analogpferd hatte KORG nicht geschadet, wie wir heute alle wissen. Es war einfach wieder an der Zeit und die Musiker hatten sich nach Analog und direkter Bedienung gesehnt, so dass KORG wieder einmal kundenorientiert gehandelt hatte. Roland folgte irgendwann zwangsläufig mit den Aira Modellen, Yamaha mit den Reface Modellen, aber von selbst wären sie meiner Meinung nach nicht darauf gekommen, etwas so rückwärtsgewandtes zu entwickeln.
 
[...] Um mal eine anderes teures Geräte zu nehmen: Nach meinen Informationen gab/gibt es sehr viel mehr GX-1 in Japan
und Australien als in den USA. In Europa sind nur die üblichen Verdächtigen bekannt: Abba, Rick v.d. Linden, Micki Most,
Hans-Jürgen Fritz, Keith Emerson. Ich(!) kenne nicht mehr Geräte, die in die USA geliefert wurden als nach Europa. [...]

Nicht zu vergessen: Edgar Schlepper und George Fleury.

Die meisten GX-1-User auf dem europäischen Kontinent haben ihr Gerät von Yamaha in Rellingen gestellt bekommen (sagte mir mal Gerd Drögemüller), egal, ob Jürgen Fritz, Rick van der Linden oder Klaus Schulze (der durfte ihn auch mal anfassen...). Das heißt, ein Gerät im Showroom für viele potenzielle Werbeträger. Was natürlich die Rechnung etwas durcheinander bringt.

Ich kenne KORG nicht als Firma, die mit künstlicher Verknappung für höhere Preise sorgt. Die letzten Jahrzehnte gab es sowas nicht. Im Gegenteil, limitierte Instrumente wie der ARP 2600 in Originalgröße wurden doch noch mal nachproduziert.

Ich denke, die werden dieselbe Strategie fahren wie beim 2600: Erstmal die Lage peilen und eine Minimalauflage auf den Markt bringen. Die geht weg wie warme Semmeln, und die Hasardeure treiben die Preise auf dem Sammlermarkt ins Uferlose.

Dann sind all diejenigen heiß, die keinen bekommen haben, und schon sind die Auftragsbücher voll für das nächste Baulos. Das geht dann immer so weiter, bis ein Rückgang des Interesses beobachtet werden kann und die Produktion entsprechend angepaßt wird.

Dann kommt der Bonsai-2600 für diejenigen, denen die Nachauflage zu teuer war, vor allem vor dem Hintergrund, daß sie ja ursprünglich limitiert sein sollte.

Sollte mich nicht überraschen, wenn es -- bis auf den Bonsai -- beim 3300 ähnlich laufen würde.

Stephen
 


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