Für mich klingt es so, als würde @NW Moelders (manchmal?) (aktuell?) (ein bisschen?) (mehr oder weniger?) darunter leiden, dass ihm sein musikalischer Output und die Zeit beim Musikmachen weniger Freude gibt, als die Zeit, die er mit seinen Liebsten verbringt – und auch diese Zeit scheint sich für ihn (selten, aber dennoch?) (zu oft?) irgendwie nicht richtig anzufühlen.
Diese Leere, die er beschreibt, kenne ich als Depression. Die abgeschwächte Langzeitversion davon nennt sich Dysthymie – da denkt man jahr(zehnt)elang, man sei einfach nur ein Melancholiker, der nicht gut schläft. Und die permanente Getriebenheit sei eine kreative Quelle, um der inneren Unruhe, die in der Leere herrscht, einen Ausdruck zu verleihen. Und die große "Anstrengung beim Funktionieren im Alltag" (= Unfähigkeit), sei genauso eine Charaktereigenschaft, wie mangelhafte Gelassenheit und schmalbrüstige Resilenz bei Stress. Aber es kann auch ein hormonelles Ungleichgewicht sein, das dadurch entsteht, dass der Mensch, den man leben will (Konzeptmensch) und der Mensch, der man eigentlich ist ("ich" eben!) so stark differenzieren, dass nichts, was man tut, das Belohnungssystem so auslöst, dass man sein Dasein als schön, gut und "wertig" erlebt. Man spürt den inneren Frieden nicht. Man wirft sein Belohnungssystem an, aber es wird nicht erlebt. Was man tut, resoniert nicht in einem und wenn, dann nicht positiv, ja, nicht mal neutral. Nie. Fast nie. Zu wenig eben. Und zu oft, fast immer: Leere, Unruhe, Stress. Keine Harmonie. Keine Erfüllung. Eskapaden werden zur Ablenkung – man kompensiert damit den Mangel am "bei sich" sein. Wer nicht "bei sich" ist, kann auch nur schwer "bei den Lieben" sein.
Der besagte "Geräte-Eskapismus im Musikkeller" ist dann ein Refugium, um aus dem (engl.) "depressed" ein "Deep rest" zu machen: Die Geräte erzeugen eine Ablenkung vom Seinszustand des Falsch-Seins – ein Verharren, das Ruhe vorgaukelt. Darum der Loungesessel, die Prokrastination, die Antriebsmüdigkeit, nicht mal Oma und Opa verstehen einen (mehr).
Ob NW Moelders das meint, weiß nur er selbst. Vielleicht ist es auch einfach nur eine Wohlstands-Neurose, sich mit Geräten wegzubeamen und dabei unzufrieden zu sein. Aber auch da, kann ich mir vorstellen, dürften die Übergänge zu einer Depression fließend sein. Ich poste das einfach, weil ich aus Erfahrung weiß, dass man bei dieser Art der Hormonstörung irgendwann anfängt Rufe auszusenden (entsprechende Fragen zu stellen), bevor es Hilferufe werden.
Dieser Beitrag ist übrigens durch und durch menschenfreundlich motiviert, garantiert rhetorikfrei und natürlich gehe ich dabei von mir selber aus und schließe - möglicherweise fälschlich – auf andere. Man möge es mir nachsehen.