<< Über die notwendige Zeit findet die "Kommunikation" zwischen Werkzeug und Benutzer statt!
Und ja: Das Malen eines Bildes hat definitiv etwas Dialogisches.
Und die frage ist einfach... wie das bei euch ist...!!??
In der Welt, in der ich lebe, finden Augenhöhe, Kommunikation und Dialog nur mit anderen Menschen statt oder eben auch mit mir selbst.
Die Dinge des Lebens haben mir Null komma Null zu 'sagen', zu zeigen oder zu bieten. Ja, Regen macht naß, das ist aber keine Kommunikation. Ein Berg und ein Wolkenbruch kommunizieren ohne den menschlicheh Geist null Komma null. Ein Wassertropfen auf der Haut ist komplett dialog-, kommunikations- und bedeutungslos – selbst dann, wenn die Berührung wahrgenommen wird, ist nichts passiert, außer dass ein Stückchen Haut nass geworden ist und dass Strom vom Rezeptor ans Gehirn weitergeleitet wurde. Erst, wenn ich das Feuchtwerden menschlich erlebe bekommt es Relevanz - möglicherweise.
Dass Tasten wie Pinsel seien und Tierhaarbüschel mit Farbe aktiv eine Beziehung mit mir eingehen würden, ist zu 100% ein geistiger Zustand, eine Vorstellung, ein Bild, das mir mein Neuronales Cluster präsentiert, eine selbstreferentielle Metapher: eine menschliche Methode, um als Mensch beziehungsfähig mit/zu nichtmenschlichen Dingen (oder Tieren) zu werden.
Ob radioaktive Strahlung meine Gene verändert oder die Frequenz eines Schwingkreises meine Gefühlswelt: Meine anatomische, kognitive oder emotionale Verstrahlung kommt immer
durch meine Körperlichkeit und sie
durchlauft erneut meine Körperlichkeit. Alles Relevante passiert
nur mit mir und durch mich und wegen mir und anderen Menschen. Dass sich durch Tschernobyl Säurebasen-Paare verändern und Körperzellen ins Chaos gestürzt werden oder eine neue Potipostion eine Schallwelle anders moduliert als vorher, ist als Ereignis komplett irrrlevant. Erst der menschliche Geist erzeugt das Menschsein in der Welt.
Das ist nicht hart, nicht kalt und nicht trostlos. Im Gegenteil: Die Fähigkeit sich etwas anderes vorstellen zu können, als die eigene Vergänglichkeit (oder den schöneren Klang nach einer Fingerbewegung), ist ein Trost. Auch, wenn uns die Natur das "Beschreiben und Besprechen einer lebendigen, tödlichen Welt" aufgezwungen hat: Es ist Kränkung und Heilung gleichzeitig.
Aus meiner Perspektive besteht die Threadfrage aus mindestens drei Irrtümern:
Instrumente und Werkzeuge sind solange identisch – bis mein Geist ihnen eine Bedeutung zuweist. Dialog und Kommunikation mit unbelebtem Material ist immer ein Selbstgespräch mit mir selbst. Und Dinge sind keine Partner sondern Dinge.
Amen.