Dein Instrument: "Nur" ein Werkzeug oder ein Dialog-Partner für dich!?

Nur Werkzeug oder Dialog-Partner!?

  • Werkzeug

    Stimmen: 8 57,1%
  • Dialog-Partner

    Stimmen: 6 42,9%

  • Umfrageteilnehmer
    14
Ich versuche die Instrumente für sich sprechen zu lassen. Jedes hat seinen eigenen Charakter und interessant wird es, wenn sich die Instrumente miteinander unterhalten und dabei ihren Charakter einbringen können. Man muss sie “nur” dazu bringen, diesen Charakter zu zeigen und sich mit ebenbürtigen Partnern zu unterhalten. So wie die Bandmitglieder in einer Band “miteinander” spielen. 4-5 Solisten, die nebeneinander für sich und ohne Interaktion spielen, das klingt nicht wirklich gut. Die Schwierigkeit besteht darin, jeweils deren Rolle einzunehmen, wenn man das alleine in Personalunion anleitet. Monologe sind auch gut, jedoch auch etwas eintönig. So wie wenn ich hier alleine noch 2 Seiten weiterschreiben würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich einen Keystep am Synth angeschlossen habe - was ist dann das Instrument, was das Gerät?
 
Mal in einer Band oder einem Orchester mitspielen. Entweder man checkt das oder fliegt früher oder später raus (und stellt das natürlich ganz anders dar, dem Ego zuliebe). Nicht jeder kann die erste Geige spielen. Auch wenn man es nicht wahr haben will. Das will keiner hören (x Solisten die ständig batteln ohne aufeinander einzugehen) oder gar als Mitspieler miterleben.

Man kann natürlich auch andere Konzepte verfolgen, auf einer anderen Ebene Vielfältigkeit und Dialoge/Spannungen erzeugen, siehe z.B. Ambient Musik. Im Prinzip ist das ein gedanklicher Rahmen bzw eine Denkweise von Vielen.

Ich finde das intuitiv und naheliegend. Man hört es sogar auch sehr bei vielen Produktionen heraus, es springt einen nahezu an, angefangen in der Klassik, wenn man da mal irgend eine Partition herausgreift, ist das meiner Ansicht nach der Grundgedanke. Instrumente sind wie verschiedene Menschen (oder manchmal auch Tiere), die sich miteinander unterhalten, ganz salopp umformuliert. Klingt sogar manchmal genau so und wird manchmal sogar vom Text thematisiert. Das ist scheinbar nichts neues, sondern bereits seit der Klassik und vermutlich vorher schon so interpretiert worden. Instrumente als Ausdrucksform von Menschen und somit Instrumente als Verkörperung von Menschen und deren Gefühlen. Vermutlich der Sinn schlechthin ein Instrument zu spielen oder zu singen?! Singen ist mit Text, Instrumente ohne. Man kann Instrumenten indirekt Text geben oder das sogar verschwimmen lassen (vocoder, morphing usw).

Ob dieses Konzept verstanden wurde hört man gut bei den Produktionen heraus (Arbeit mit Spannung, Kontrastierende Charaktere in den Sounds, Rede - Replik, Variationen usw). Wenn es nicht verfolgt wird gefällt es mir meist nicht, es klingt dann eher linear und “platt”, egal wie gut die sounds selbst sind. Vielleicht bin ich da zu sehr festgefahren, kann gut sein.

Oder wenn man ein Buch liest und denkt, die Charaktere passen nicht oder nicht zusammen, es ist nicht schlüssig, langweilig, es fehlen Kontraste, unterschiedliche Ziele und Gedankenwelten. Das ist ähnlich zum Komponieren, nur nicht mit Tönen, sondern mit purem Text. Die Mechanismen sind sehr ähnlich. Auch da kann man was lernen, was gut funktioniert und was nicht. Wie ein Spannungsbogen aussehen kann, wie entscheidend Kleinigkeiten/Details sein können, die Rolle von Wiederholungen usw.
Der typsche Aufbau von einer Komposition ist ähnlich einem Drama. Das ist kein Zufall.

Das Problem ist denke ich, dass momentan die Musik in Richtung verkürztes Drama konvergiert (mediales Wahrnehmungsspektrum). Ich will wieder mehr Netflix Serien mit Entwicklung über mehrere Staffeln sehen. Filme sind mir auch mittlerweile nicht mehr tief genug, oft zu sehr gerafft und stereotypisch, zu wenig emotionale Entwicklung und damit einhergehend erzeugte Empathie. Das nun in der Musik.
 
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Für manche hier schein das ein geheimnis zu bleiben...
Das geheimnis oder magische von elektronischer maschinen musik ist genau da zu suchen.
Jm2Cent
„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." gut - das stammt von 'nem SCIFI Author ;-)
Ich bin schon zu tief im Kaninchenbau bzw. in die Synthese eingestiegen, um bei Synths noch von Magie zu sprechen zu können. Es gibt Theorien die behaupten dass das Unterbewusstsein komplexere Zusammenhänge oft sehr viel besser und intuitiver verstehen kann als unser Bewusstsein, da die Kommunikation/Feedback zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein auf eine eher emotionalen Ebene erfolgt, nimmst du das unter Umständen als eine Art von Magie war ;-)
 
Ich trenne da die Erstellung von Klängen und die Komposition voneinander. Da braucht man auch garnicht in der Moderne suchen. Das klassische Orchester ist ein Beispiel, wo 120 Musiker zu einem neuen Klangkörper verschmelzen können und dir dadurch Bilder und Gefühle suggerieren.
Das Handwerk jedes einzelnen verschwindet dann hinter der Komposition, die daraus etwas viel grösseres erschaffen - So und jetzt höre ich Bartok beim Autofahren :)

Tatsächlich ist für mich alles in der Kiste. Ich trenne zwischen dem Tackernden Grundgerüst meiner elektronischen Tanzmusik und schaffe mir Raum ! Um dann mit einzelnen Instrumenten dabei verschmelzen zu können.
 
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Was dem Musiker sein Synthesizer ist dem Maler sein Pinsel. Es käme auch keiner auf die Idee mit einem Pinsel nun in den Dialog zu treten. Das sind Werkzeige, mit denen ein Künstler versucht ein Ziel zu erreichen. Die wenigsten haben die Fähigkeiten einer Beatbox, ergo her mit der 808….
 
„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." gut - das stammt von 'nem SCIFI Author ;-)
Ich bin schon zu tief im Kaninchenbau bzw. in die Synthese eingestiegen, um bei Synths noch von Magie zu sprechen zu können. Es gibt Theorien die behaupten dass das Unterbewusstsein komplexere Zusammenhänge oft sehr viel besser und intuitiver verstehen kann als unser Bewusstsein, da die Kommunikation/Feedback zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein auf eine eher emotionalen Ebene erfolgt, nimmst du das unter Umständen als eine Art von Magie war ;-)

Für mich wären die "Ersten drei stunden in denen ACID" entstanden ist - ein beispiel dafür.

Dem entspricht auch die aussage von Picasso "Ich suche nicht (das wäre banal NN)... ich finde...!"
 
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Du glaubst nicht wie viele Leute das Ding gleichzeitig an den Gitarrenverstärker angeschlossen haben und das was da rauskam total Mist fanden…
 
"Werkzeug und/oder Dialog/Wechselwirkung"
- ich würde mal annehmen das das auch eine auswirkung auf methodik/ didaktik hat.
Also wie man zb Subtraktive Synthese vermitteln möchte...

auf einer Waldorf Schule würde das mit sicherheit anders ablaufen...
 
Du glaubst nicht wie viele Leute das Ding gleichzeitig an den Gitarrenverstärker angeschlossen haben und das was da rauskam total Mist fanden…
Als ich damals (ca. 1985 oder 86) meinen SH-101 in Hamburg bei "No. 2" an einen fetten Marshallturm geklemmt habe, fanden es ALLE Anwesenden (außer mir) totalen Mist.
Nur der damalige Gitarrist von Running Wild (hieß er Maik?) stand daneben und nickte anerkennend.
Allerdings hab ich da auch keinen Acid gemacht, sondern ein verzerrtes und vermutlich nicht sehr hochwertiges Gniedelsolo gespielt.
Vermutlich WAR es totaler Mist.
Aber Distortion in Synthesizern ist heute absoluter Standard.

Schöne Grüße
Bert
 
Als ich damals (ca. 1985 oder 86) meinen SH-101 in Hamburg bei "No. 2" an einen fetten Marshallturm geklemmt habe, fanden es ALLE Anwesenden (außer mir) totalen Mist.
Nur der damalige Gitarrist von Running Wild (hieß er Maik?) stand daneben und nickte anerkennend.
Allerdings hab ich da auch keinen Acid gemacht, sondern ein verzerrtes und vermutlich nicht sehr hochwertiges Gniedelsolo gespielt.
Vermutlich WAR es totaler Mist.
Aber Distortion in Synthesizern ist heute absoluter Standard.

Schöne Grüße
Bert

Ich habe mir gerade diesen hier gegönnt:)
 

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Was dem Musiker sein Synthesizer ist dem Maler sein Pinsel. Es käme auch keiner auf die Idee mit einem Pinsel nun in den Dialog zu treten. Das sind Werkzeige, mit denen ein Künstler versucht ein Ziel zu erreichen. Die wenigsten haben die Fähigkeiten einer Beatbox, ergo her mit der 808….
Sorry, aber der Vergleich hinkt. Den Pinsel kannst Du dann eher mit einer einzelnen Taste des Synthezisers vergleichen. Ein Maler hat mehrere Pinsel mit genau den Stärken, die er braucht zur Realisation seiner Bildidee, eine Leinwand mit der Textur, die er bevorzugt, Farben mit der Konsistenz und den RAL Nummern, die er braucht usw. All das ist eher ein Äquivalent zum Synthesizer. Und ja: Das Malen eines Bildes hat definitiv etwas Dialogisches.
 
Sorry, aber der Vergleich hinkt. Den Pinsel kannst Du dann eher mit einer einzelnen Taste des Synthezisers vergleichen. Ein Maler hat mehrere Pinsel mit genau den Stärken, die er braucht zur Realisation seiner Bildidee, eine Leinwand mit der Textur, die er bevorzugt, Farben mit der Konsistenz und den RAL Nummern, die er braucht usw. All das ist eher ein Äquivalent zum Synthesizer. Und ja: Das Malen eines Bildes hat definitiv etwas Dialogisches.
Ich respektiere Deine Meinung, aber ich tue mich schwer mit dieser Dialog-Sache. Wenn der TE hier die Werkzeuge eher als Reflexion beschrieben hätte, könnte ich mich da eher wiederfinden. Malen oder Kunst hat sicherlich was von einem Dialog mit sich selbst, nicht aber mit dem Tool.
 
Mit dem Tool ists nur Monolog. Ich kenn das. Ich greif mir ein paar Pinsel und sag "so ihr lieben, jetzt wird gemalt"
Ein Dialog mit Geistern ist möglich nicht jedoch mit Gegenständen aus Holz oder Metall. Ein Auto wird nie zu dir sagen
"nimm heut lieber mal die Bahn, es ist glatt" ;-) Wobei es natürlich Kulturen gibt in denen auch Maschinen und Gegenstände eine
Seele haben. Für mich golt das glücklicherweise nicht. So weit käm das noch wenn mir meine Synthies ein Ohr labern würden.
Wobei mein Jp4 sagt immer "verkauf mich, ich nehme dir zu viel Platz weg und jemand anderes würde mich mehr nutzen als du mit deinem Revzwo und Töörö" :lol:
 
Zuletzt bearbeitet:
Eventuell meint der TE Geräte die ihn "leiten"..

Ich hab durchaus Erfahrungen mal alle 7 Jahre gemacht, wo ein Gerät auftaucht dass dich oder besser gesagt mich richtig flasht , sei es vom workflow oder vom Klang, und du mit dem/den Geräten quasi aus dem Stand sehr produktiv wirst..

Gibt natürlich auch das Gegenteil, nämlich 'hemmende' Geräte, also wo alles anstrengend ist und wenig dabei rum kommt...auch das erlebe ich immer wieder beim Antesten diverser Synths/drumcomputer..

Übertragen könnte das Wort 'Dialog' mit 'produktiv' oder meinetwegen 'spass' gleichgesetzt werden.

Oder esoterischer ausgedrückt, der Gerät channelt auf wundersame weise die kreativen Impulse des Nutzers und dadurch werden dem Gerät wundersame fähigkeiten, ähnlich einem 'Medium' , zugeschrieben...klingt ein wenig weit her geholt
 
Zuletzt bearbeitet:
ich finde, dass kann man nicht so pauschal beantworten, wie es hier einige tun


Maschinen.... sie inspirieren mich manchmal ...manchmal nicht.....
wenn ich klare Vorstellung habe, versuche ich sie wie ein Werkzeug zu benutzen

trotzdem geben sie mir Feedback , welches mich mehr oder weniger beeinflusst... weil ich das auch zulasse

Maschinen sind von Menschen gemacht und haben deshalb auch was menschliches

auch viele Handwerker haben ein Lieblingshammer... warum ist das wohl so?
Weil eine emotionale Verbindung vorhanden ist... welche auch immer
 


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