Wie bekommt man den Mix so gut hin?

Ich bin momentan mehr auf der overprocessed zusammengeglued welle ala:



nix clean


Fundament ist natürlich voll auf die Nuss, meinen Jungs (20 & 15) gefällt sowas.
Die lassen als mit der Richtung und dem Sub im Wohnzimmer die Wände wackeln (EFH und einigermaßen tolerante Nachbarn machen es möglich).

Was ich mittlerweile überhaupt nicht mehr hören kann, sind diese auf Telefon/Megafon/What-ever-fon getrimmten Vocals…uuaaah…so eine DAW hat einfach zu viele schreckliche Presets für PlugIns mit an Board.
:)
 
Die Megafon/Telefon Vocals lassen sich leichter mixen, selbst wenn vom Bass schon Risse in den Wänden wachsen. Außerdem werden die 3k Babiefrequenzen geboostet, der Trick aus den 90gern (wie auch reverse vocal hall). Also da geboostet, wo die Ohren am empfindlichsten sind, damit es richtig schneidet, wie wenn ein Baby schreit.
Der Telefon Effekt hat also gleich mehrere Funktionen. Der Grund, warum er gerne genommen wird. Nicht nur von Scooter.
 
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Ist definitiv ein guter Mix, gefällt mir auch.
Ich sage mal so: Wenn man sich genug Zeit nimmt, bekommt man sowas hin.

Einige Tipps, wie man das machen kann:

  • Instrumente gut im Frequenzraum staffeln und Platz machen
  • den Sound von Bassdrum und Bassline gut abstimmen - damit geht und kommt ein guter Mix (Lowcut benutzen!)
  • den Attack der Bassdrum bei 3/4kHz betonen
  • mit Plattenhall auf den Drums arbeiten
  • Instrumente im Raum/Tiefe staffeln
  • Chorus, Image-Widener und kurze Delay verwenden
  • Chords/Pads schichten und rechts/links platzieren
 
Mit Plattenhall auf den Drums arbeiten?

Echt? Normal ist Plattenhall doch eher mit langem decay? Also eine Metallplatte hat kaum Dämpfung in der Natur, weshalb Metallkörper auch so lange nachklingen wenn sie nicht gedämpft sind. Ich würde da die Aushallzeit voll runterkurbeln. Ich nutze auch verschiedene FX auf verschiedene Drums und mit eher kurzen oder gegateten Reverb. Der Hall nimmt doch sonst den Punch, macht die Drums zu soft (Phil Collins lässt grüßen). Bei Snare und Clap kann man auch gerne mal etwas mehr FX reinhauen, dann jedoch ggf. nicht jedes mal (ggf. automatisiert) und auch eher gegatet wenn langer Hall.

Rumble BD hier vielleicht als Spezialfall, dann jedoch EQed und ggf. mit recht langem delay.
Normal hab ich auf der BD nur sehr wenig und kurzen Hall drauf. Aber vielleicht ist das ein Fehler?

Drums brauchen eigentlich erstmal nur einen natürlichen Raum bzw. eine Ambiance (damit es sich natürlicher im Raum einfügt), dann knallt es subjektiv sogar mehr (richtig platzierte ealy refelctions - die nah wirken). Was darüber hinausgeht ist eher schon ein Stilmittel (wie Rumble BD).

Beim Boss SX-700, das bei mir in der Drum Kette hängt, kurble ich z.B. immer auf 0,6s decay runter, weil ich sonst im Hall schwimme.

0,6s sind ja wohl auch so der Durchschnitt von nem wohlfühl (also gemütlich vollgestelltem, normal großem) Wohnzimmer decay. Stimmt beim SX-700 genau.
 
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Bei den „Yello/Boris Blank“-mässigen Vocal Drops mal die Fahne hart runtergezogen (gated) oder auch die Female Drops mit einer „abknickenden“ kürzeren Releasephase ausgeblendet *), mal kurze Reverse Einlagen und ein paar Controller Fahrten die so eine Art Pre-Delay im Hall simulieren.

Dir kann geholfen werden: Doppler und Brauer Motion von WAVES + Reverse / Gated Reverb nach Wahl. Aufgemerkt: hier ist die Reihenfolge entscheidend.😉
 
Nächster Tip: Beim EQing im Mix kann man ruhig auch mal die Fundamentalfrequenz von Sounds (abgesehen von Bass, wenn er unter der BD liegt) absenken bzw. bis dahin cutten. Weil man die sich dann trotzdem "dazuhört", selbst wenn sie nicht voll da ist. Die muss man nicht boosten. Eher die erste Harmonische boosten. Dadurch bekommt man mehr Definition und weniger mud. Solo klingt dass dann meist nicht gut, im Mix klingt es sauberer/klarer und man kann Volume sogar absenken.
Ist echt schmerzhaft das wirklich zu tun, weil man den Sounds die Eier abschneidet. Deshalb beim Mixing den Mix hören beim Einstellen vom Lowcut und nicht Solo hören.
 
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Die Megafon/Telefon Vocals lassen sich leichter mixen, selbst wenn vom Bass schon Risse in den Wänden wachsen. Außerdem werden die 3k Babiefrequenzen geboostet, der Trick aus den 90gern (wie auch reverse vocal hall). Also da geboostet, wo die Ohren am empfindlichsten sind, damit es richtig schneidet, wie wenn ein Baby schreit.
Der Telefon Effekt hat also gleich mehrere Funktionen. Der Grund, warum er gerne genommen wird. Nicht nur von Scooter.

ich weiß zwar nicht was eine barbiefrequenz ist, aber die ist bestimmt nicht bei 3 khz. :)
 
ich weiß zwar nicht was eine barbiefrequenz ist, aber die ist bestimmt nicht bei 3 khz. :)
Ich hab das wording nicht erfunden. Ist ein Gag aus den 90gern, als da geboostet wurde bei gewissen angesagten acts, damit die stimme mehr schneidet. Kontext: Frauen die gerade alt genug waren um auf der Bühne zu stehen. Ja das war bei ca. 3kHz! Das machen heute noch viele, es spricht nur niemand mehr darüber. Damals war es besonders nervig, heute normal. Heute wird ja praktisch alles geboostet/saturated/geclipped.
Die Empfehlung den EQ nur zum cutten zu verwenden und ja nicht zu boosten kommt auch aus der Zeit und der Zeit davor. Hat man sich wohl dann doch nicht daran gehalten, auch damals nicht…
EQs sind auch zum Verstärkern gut, nicht nur zum Wegschneiden, ist nur etwas schwieriger das richtig einzustellen, weil man es beim boosten mehr heraushört, vor allem wenn schmalbandig, also mit höherem Q bzw mehr Resonanz und damit mehr Ringing (Nachklang) des EQs selbst. EQ will man normal eher gedämpft. Abgesehen von Kammfilter Effekten usw.
 
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Mit Plattenhall auf den Drums arbeiten?

Echt? Normal ist Plattenhall doch eher mit langem decay? Also eine Metallplatte hat kaum Dämpfung in der Natur, weshalb Metallkörper auch so lange nachklingen wenn sie nicht gedämpft sind. Ich würde da die Aushallzeit voll runterkurbeln. Ich nutze auch verschiedene FX auf verschiedene Drums und mit eher kurzen oder gegateten Reverb. Der Hall nimmt doch sonst den Punch, macht die Drums zu soft (Phil Collins lässt grüßen). Bei Snare und Clap kann man auch gerne mal etwas mehr FX reinhauen, dann jedoch ggf. nicht jedes mal (ggf. automatisiert) und auch eher gegatet wenn langer Hall.

Rumble BD hier vielleicht als Spezialfall, dann jedoch EQed und ggf. mit recht langem delay.
Normal hab ich auf der BD nur sehr wenig und kurzen Hall drauf. Aber vielleicht ist das ein Fehler?

Drums brauchen eigentlich erstmal nur einen natürlichen Raum bzw. eine Ambiance (damit es sich natürlicher im Raum einfügt), dann knallt es subjektiv sogar mehr (richtig platzierte ealy refelctions - die nah wirken). Was darüber hinausgeht ist eher schon ein Stilmittel (wie Rumble BD).

Beim Boss SX-700, das bei mir in der Drum Kette hängt, kurble ich z.B. immer auf 0,6s decay runter, weil ich sonst im Hall schwimme.

0,6s sind ja wohl auch so der Durchschnitt von nem wohlfühl (also gemütlich vollgestelltem, normal großem) Wohnzimmer decay. Stimmt beim SX-700 genau.

Ich nutze durchaus Plates für die Drums, klar. Die gibts auch mit Dämpfung und mit kurzen Decay-Varianten.
Auf Snare und Claps finde ich den sehr gut. Es gibt aber auch zahlreiche Room-Reverbs, die für Drums gut gehen.
Auf der BD habe ich nur in Ausnahmen einen Hall drauf. Bei Clubmusik würde ich das eher nicht machen.

Mit meiner Aufzählung wollte ich lediglich ein paar Denkanstöße übermitteln und keine zementierten Arbeitsweisen. Man muss die Art des Halls nach dem Song/Mix ausrichten. Viele Leute kämen gar nicht erst auf die Idee einen Hall auf die Drums zu legen, weil sie Hall als Effekt wahrnehmen und nicht als Werkzeug zur Raumstaffelung. Mir ging es vor allem darum.
 
Elektronisch/Synthetische Drums klingen natürlicher/echter, wenn man ihnen dezent Hall verpasst. Dazu reichen bereits early reflections, die man auch mit ein paar kurzen Delays bauen kann. Durch den kurzen Hall wird es ggf. sogar punchier. Im Arrangement macht es Sinn den Hall auch zu automatisieren, also in Passagen, in denen viele Instrumente Spielen, weniger Hall auf die Drums zu geben, damit es weniger matscht. Alternativ kann es helfen den Hall mit dem Dry Signal (dezent) zu Ducken, um mehr Definition/Punch zu erreichen, Ducking haben manche FX schon eingebaut, oder man hängt sich nen Kompressor mit Sidechain mit Dry gefüttert hinter den Hall.

Wie viel Hall kommt auf den Stil und Geschmackl an. 80s ist z.B. oft eher langer recht laut gemixter wenig dichter aber trotzdem nicht blecherner Hall. Also schlechter Hall kaschiert mit dezenter Modulation auf den Reflektions um das Blecherne zu einzuweichen (ggf. einfach nur Zeitjitter, kann man schön mit SuperCollider mit Delays nachbauen..).

Moderne Vocals sind oft ein Layering von verschiedenem Hall inklusive Schimmer auf den hohen Höhen ("air" *hust*) , jeweils ge-equed und vorher glattgetuned.
Auf den verschiedenen Drums hab ich gerne auch verschiedene Räume und FX drauf. Hihats z.B. mal mit etwas schimmrigen Flanger oder so. BD mit meheren Kompressoren, EQ und Distortion, Hall usw. in Reihe, so wie man das sonst in der DAW macht, nur eben mit FX HW, im Mixer alle Spuren leicht am Limit vom Preamp. Da ist das schwierigste das Gainstaging über die Kettenglieder hinweg, damit nicht eins dauerübersteuert und die Dynamik zerstört. Mit Plugins viel einfacher, aber auch neutraler.
 
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Im Arrangement macht es Sinn den Hall auch zu automatisieren, also in Passagen, in denen viele Instrumente Spielen, weniger Hall auf die Drums zu geben, damit es weniger matscht.
ich habe dazu des öfteren einen Kompressor mit Sidechain auf den Bussen mit dem Hall (z.B. Fahne herunterziehen, solange ein bestimmter Lead spielt). Hilft gut gegen Matsch.
Beim Kick-Reverb habe ich das allerdings noch nicht probiert, da automatisiere ich bisher per Hand (in Breaks oder so).
 
klingt nach ziemlich viel quatsch.
Was meinst du mit Quatsch? Die FX, die ich aufliste?
Ja sehe ich sogar auch zum Teil als Quatsch an. Das ist aus meiner Sicht eine Spielwiese um Sounds zu verbiegen, in die Richtung, dass es mir gefällt.
Da sollte man selbst schauen was passt. Die immer wieder gleichen Vocal FX öden mich auch an. Da hört man zum Teil heraus, welcher FX Algorithmus verwendet wurde. Das ist wohl auch ein Grund warum Reverb Algorithmen ursprünglich gelayered wurden. Damit Reverb komplexer, interessanter/besonderer und weniger stereotypisch wird.
In der DAW geht da vieles leichter als mit externen FX. Dafür bekommt man mit externen FX leichter ein Eigenleben in die Sounds, was man dann ggf. erst wieder wegbekommen muss (EQ, Rauschfahne Gaten), wenn es zu viel wird. Viele (billige und oder schlecht eingestellte) FX matschen auch ganzschön alles zu, wenn man mehrere hintereinander hängt kommt dann zum Teil nur noch Brei raus, der nicht unbedingt gut klingt. Das macht einem das Mixing eher zunichte, wenn man dann eh das meiste wegschneiden muss braucht man das erst gar nicht drauflegen.
 
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Mit Plattenhall auf den Drums arbeiten? Normal ist Plattenhall doch eher mit langem decay?
Naja, da geht es nicht um die Halldauer (wir reden hier ja von Plugins und nicht von senkrechtstehenden AKG-Billiardtischen), sondern um das Reflektionsmuster, und das ist bei den Plate-Algorithmen anders als bei Räumen. Plate hat halt keine Early-Reflections (die bei BD shattern oder zu Auslöschungen führen könnten), sondern macht gleich mit dem Hall "los". Wenn man den dann sehr kurz macht, dann macht das schon Sinn.
 
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Dem virtuellen „Plattenbau“ gebe auch ich meist den Vorzug, aber so gut wie nie auf eine Kick. Wenn diese (überhaupt) mal etwas „wet“ gefahren wird gibt es imho geeigneteres…Ambience, leichter „Room“.

Ansonsten gerne die Platte, je nach Material dann sogar mit ausreichend Pre-Delay. Da ich OTB arbeite erspare ich mir solche Gimmicks wie Sidechain auf dem Hallsignal etc.
Da ist natürlich heutzutage ITB die elegantere Spielwiese.
 
Naja, da geht es nicht um die Halldauer (wir reden hier ja von Plugins und nicht von senkrechtstehenden AKG-Billiartischen), sondern um das Reflektionsmuster, und das ist bei den Plate-Algorithmen anders als bei Räumen. Plate hat halt keine Early-Reflections (die bei BD shattern oder zu Auslöschungen führen könnten), sondern macht gleich mit dem Hall "los". Wenn man den dann sehr kurz macht, dann macht das schon Sinn.
Danke für die Erklärung. Ja ich dachte an die Grundidee, wie der Algorithmus modelliert ist (Reflektionen in einer Platte aus Metall). Auch bei Hall kann man predelay runterkurbeln auf 0, sodass das gleich einsetzt und early reflections auf 0 setzen. Der Algorithmus klingt dann natürlich anders. Ich probiere dann einfach durch was passt. Gegebenenfalls auch mal spring reverb. Letztlich sind das nur verschiedene Algorithmen und was besser passt weiss man vorher nicht immer. Wenn man auf verschiedenen Sounds verschiedene Räume nimmt kann das auch helfen in der Staffelung und damit Sounds jeweils einen eigenen Charakter geben. Es kann aber auch inhomogen und matschig werden, deshalb eher dezent und eher kürzere Ausfallzeiten reinmixen, also bis man den Hall hört und dann noch ein klein wenig runter gehen und den Wet Anteil EQen (Lowcut usw). Wenn man dann später die Summe komprimiert kommt das dann wieder paar dB hoch, wenn man nicht einen Expander nutzt.
Plate ist prinzipbedingt eher dichter, weil die reflektionen durch die Schallgeschwindigkeit in Metall viel schneller und öfter stattfinden und normalerweise hat man da auch mehr mit Resonanzen zu kämpfen (also bei echten Platten).
 
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Ich bin momentan mehr auf der overprocessed zusammengeglued welle ala:

nix clean

Gerade für die Nummer gilt aber auch alles, was für den Format:B Track gesagt wurde. Da ist auch sehr genau darauf geachtet, dass sich die Frequenzbereiche der Einzelsounds nicht überschneiden.
 


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